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Tipps für den journalistischen Umgang mit Opfern
 

Interviews mit Betroffenen:
Was muss ich beachten?

von Petra Tabeling, Köln Die folgenden Tipps können Journalistinnen und Journalisten im Umgang mit Betroffenen und Opfern helfen: * Überlegen Sie, ob die Interviews mit Betroffenen und Opfern wirklich für Ihre Berichterstattung notwendig sind.

 

*Holen Sie sich die ausdrückliche Zustimmung zum Interview ein.

 

* Behandeln Sie Betroffene mit Respekt und akzeptieren Sie ein „Nein".

 

* Betroffene brauchen Zeit. Hinterlassen Sie Ihre Visitenkarte. Manchmal ist es besser, zunächst schriftlichen Kontakt aufzunehmen.

 

* Seien Sie gut informiert und planen Sie ausreichend Zeit ein.

 

* Stellen Sie sich und ggf. begleitende Kollegen vor. Machen Sie immer deutlich, für wen Sie arbeiten, wie lange Sie benötigen, und besprechen Sie den Ablauf des Interviews. Beziehen Sie den Betroffenen mit ein.

 

* Vereinbaren Sie ein Stoppsignal und Möglichkeiten von Pausen.

 

* Notsituationen am Ort: Führen Sie das Gespräch bzw. Interview möglichst nicht unmittelbar am Ort des Geschehens, des Unglücks oder der Katastrophe. Finden Sie einen geschützten Raum, in dem sich Ihr Interviewpartner wohl fühlt. Fragen Sie auch, ob Sie etwas tun können oder ob Sie jemanden informieren sollen.

 

* Akzeptieren Sie Begleitpersonen, wenn sich Ihr Gesprächspartner so sicherer fühlt.

 

* Vermeiden Sie Fragen wie: „Wie geht es Ihnen jetzt?" oder „Ich weiß, wie Sie sich fühlen" (denn das wissen Sie nicht).

 

* Konzentrieren Sie sich auf eine Struktur, und benutzen Sie behutsam die W-Fragen (Wer, was, wo, wie, wann etc.). Hilfreich sind Fragestellungen wie: „Wie war das damals für Sie? Was haben Sie dann und danach gefühlt?"

 

* Auf keinen Fall sollten Sie das Erlebte in Frage stellen, denn das kann demütigend sein und Schuldgefühle auslösen.

 

* Stellen Sie sich vor, dass Sie in dieser Notlage wären. Fragen Sie nichts, was Sie nicht auch selbst beantworten würden.

 

* Manchmal helfen auch einfache Dinge: Halten Sie Taschentücher bereit oder reichen Sie Wasser.

 

* Prüfen Sie nach, ob Sie die Namen der interviewten Personen richtig notiert und wiedergegeben haben. Falsche Schreibweisen oder ein unkorrektes Zitat können besonders verletzen.

 

* Versichern Sie sich während des Interviews, dass Sie das Gesagte richtig verstanden haben. Paraphrasieren und wiederholen Sie das Gesagte, denn Menschen, die gerade etwas Schreckliches erfahren haben, haben oftmals keine Kontrolle über das, was sie sagen.

 

* Besprechen Sie, welche Fotos Sie verwenden wollen, und verzichten Sie auf entwürdigende Bilder.zurück zum Bereich Traume & Journalismus


 







Grenzen setzen!

Ein Artikel von Petra Tabeling über den behutsamen Umgang mit Opfern. Erschienen im DJV-Journal 5/2007

Info-Material des Dart-Centers

Englisch- und spanischsprachige Publikationen zum richtigen Umgang mit Opfern bei der Berichterstattung






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